Und manchmal, heute, …

Deine Hände spielten mit dem Feuerzeug, deine Zunge mit deinen Lippen und der Sonnenuntergang spielte Verstecken in deinen Augen.  Wir musterten uns mit verstohlenen Blicken, kicherten verlegen wie man das früher so machte und ich glaube, ich redete ziemlich wirres Zeug. Wovon du sprachst weiß ich nicht mehr so genau, weil ich zu sehr damit beschäftigt war, wie hypnotisiert an Dichküssen zu denken.

Ein wenig Reden und Wein, Dentischvollkrümeln und Übernachbarnlachen später war alles noch ein bisschen besser und mehr Sommer im Kopf und in den Händen und irgendwie musste ich jetzt nach all dem Wein… ich wollte nicht aufstehen, und war mir auch gar nicht so sicher, ob ich das überhaupt noch könnte, aber… das Leben eben.

Ich kam zurück und dann standest du da… am Fenster… die Augen zum Mond und die Gedanken irgendwo, wo das Glück Flügel hat, und drehtest dich um. Zu mir. Dieser kurze Moment, in dem man überlegt, ob das Herz den nächsten Schlag noch schafft, oder ob man besser doch das Testament vorher… aber alles war plötzlich ganz einfach. Du standest da. Ich stand da. Und es gab nichts Selbstverständlicheres als diesen ersten Kuss…

 

Und manchmal, heute, wenn ich überhaupt nicht damit rechne, sondern einfach so Dinge tue und auf meinem iPod die Shuffle-Taste drücke, stehst du wieder da, am Fenster, die Augen zum Mond und die Gedanken irgendwo, wo das Glück Flügel hat, und drehst dich um…

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Mein rechter, rechter Platz ist… hoppla… Neubaugebiet.

Ich hab dir ein Haus aus Schokolade gebaut, mit direkter Herzschlaganbindung. Gleich hier bei mir. Da um die Ecke, das mit der roten Tür, dem großen Draufrumsitzbaum im Garten und der Wiese voller Kaugrashalme – für jeden Gedanken von dir einer.

Ich hab‘ Gardinen aus Mut und Zuversicht gewoben (Hey! Ohne Blümchen! Versteht sich doch von selbst!) und ein großes Bett aus Wolkenschaum geknetet. Gleich daneben ist eine Sturmklingel angebracht: Wenn du fest draufdrückst, kommt ein Sturm und pustet dir den Kopf frei. Und wenn du nur ein bisschen drückst, ertönt “Riders on the storm” aus den Lautsprechern im Badezimmer.

Wenn du magst, komm‘ ich abends kurz mal rüber und wir können bei Bier und Bratwurst in der Hollywoodschaukel gucken, wie die Sonne hinter den Gartenzwergen verschwindet.

Im Kühlschrank stehen Whiskey, Wein und Kuchen.

Bleib, so lange du willst… 

Quadrat1

 

 

Ready, steady, Mondrakete.

Worte wie festgedübelt.

Gedanken losgebunden.

Ins Raumschiff steigen, Frisur überprüfen, anschnallen. Hoffnung und Angst, bruchsicher verpackt zwischen Seidenpapier und wohlmeinenden Ratschlägen, auf dem Kopilotensitz deponiert.

Blinkende Kontrollleuchten ignorierend auf den Knopf drücken, dessen Töne am vielversprechendsten “Bald!” piepsen.

Tief durchatmen, winken, schief lächeln.

 

Ready… steady… looping!


Loop

Glitzerblasenblubbermaschine.

Meinen Gedanken ist etwas blümerant heute. Bist du da?

Eigentlich bin ich immer da.

Ich kann dich nicht immer hören.

Musst du auch gar nicht.

Weißt du, manchmal glaube ich, ich denke einfach zuoftzuvielvielzulaut…

Du hörst dir nur zu wenig zu.

Könntest du meine Hand halten?

Drück, so feste es weh tut.

Es tut ja gar nicht weh, es ist nur…

Drück trotzdem!

…!

AAUUUUU!

Du… vielleicht halten wir ja eigentlich Herzen, keine Hände…

Och, das ist jetzt aber schon ziemlich kitschig, findest du nicht? Vielleicht halten wir gar nichts. Nur uns selbst aneinander fest.

Das ist wenig, oder?

Das ist viel mehr, als man erwarten kann.

 

 

(Zwischen Derhatgesagt und Diehatgesagt, Ichfindeja und Machdochmaleinfoto funkelblinkt eine Glitzerblasenblubbermaschine vor sich hin und spuckt winzige Dinge aus. Dinge, die ein wenig von dem enthalten, was wir sind.)

 

Wir sind.

Ich mache die Türen weit auf und stelle das Herz auf Durchzug.

Wir hadern, zögern, trödeln und verlieren uns. Im Gestern und der Hoffnung auf dieses sagenumwobene Morgen.

“Du Kekskopf!“ sagst du und blinzelst gegen den Wind an.
Ich zieh dir die grobgestrickte Mütze tiefer ins Gesicht und lehne meine Stirn an deine. “Es wird vielleicht ein bisschen kalt…“

Wir hören knackende Schallplatten, auf denen rauchige Stimmen die Liebe besingen und den Weg, den sie nimmt, wenn sie geht.
Frierende, rote Fingerspitzen fahren das fragile Eisblumenmuster am Fenster nach und unser Atem haucht milchige Kreise aufs Glas.

“Wie malt man eigentlich Heckenrosen?“ fragst du und ich sage “Mit der Nasenspitze…“.

Wir mustern uns mit kichernden Blicken aus müden Augen und ziehen lachend die Nasen kraus.

Wir sind.

Mosaikherzpudding.

Kannst du nicht machen, dass ich nicht immer mehr von allem will, was gut war?

Du kannst nicht gegen dich selbst kämpfen.

Wie meinst du das?

Würden wir nicht immer mehr von allem wollen, was gut war, säßen wir noch in Höhlen.

Ohne Licht?

Nur mit Feuer.

Mein Herz macht das so…

In einer Höhle sitzen? Mit Feuer?

Ja, und es geht jagen. Manchmal.

Fängt es was?

Nein. Aber dann und wann _findet_ es etwas. Jemanden.

Dein Herz ist Jäger und Sammler?

Nein. Doch. Oder… vielleicht.

Und wenn es gefunden _wurde_?

Malt es Bilder an die Wand.

Solche Höhlenmalereien? Von den Menschen, die darin wohnen?

Eher präzise Wegbeschreibungen. Zur Bruchstelle.

Oh, die vielbesagte Sollbruchstelle.

Nein, nein, jedes Mal eine andere.

Und dann? Dann klebst du alles wieder zusammen?

Nicht jeder kann Karten lesen… aber wenn, dann … ja.

Dann hast du ein Mosaikherz?

Ja. Geklebt. Und bunt. Dunkelbunt.

Aber es schlägt doch noch…

Und wie.

Dann koch ihm Pudding.

Was??

Herzpudding.

Herzpudding…

Wenn du ganz leise bist, kannst du dein Herz nämlich nach warmem Vanillepudding rufen hören.

Geht’s dir gut?

PST!

(Kaffee?)

(Geht’s dir denn jetzt besser?)

Es ging mir nie schlecht. Ich wollte nur nicht mehr wollen.

Und – willst du jetzt nicht mehr?

Doch.

Dann ist alles gut. Kaffee!