Abschied von einer Stadt.

Ich stecke mir eine Zigarette in den Mund und gehe barfuß auf den Balkon. Die Fliesen sind kalt. Ich trete in nasse Hängegeranien, die sich am Boden entlang ranken. Rauche. Versuche, in den Wolken Tiere zu erkennen, aber es gelingt mir nicht.
Der Birnenbaum im Hof ächzt unter der Last der beinahe reifen Früchte, ich atme. Das Kind kommt im Sommerkleid zu mir, fragt mich, ob ich traurig bin. Nein. Sie legt sich auf das große, weiße Bett in dem großen, nur mehr behelfsmäßig eingerichteten Zimmer der Wohnung, die mal unsere war. Macht den Fernseher an und kommentiert aufgeregt eine Kindersendung. Ich nicke. Nein, ich bin nicht traurig.
Packe all unsere Sachen in Taschen, versuche, nichts zu denken. Es wird Nudeln zum Mittag geben.
Ich schenke mir ein Glas Prosecco ein. Der Rest von vorgestern. Er schmeckt schal, säuerlich, ein wenig müde. Ich kann mich nicht für eine Musik entscheiden. Alles klingt so falsch. Mein Handy vibriert. Ich schiebe es energisch über den Holztisch bis es gegen  die Wand knallt.
Sage entschuldigend “Ups“ und starre auf meinen langsam abblätternden, roten Nagellack.
Nein. Ich bin nicht traurig.

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