Ich hab doch schon alles…

… ich brauch doch nix!“ antwortete meine kleine Omi jedes Jahr erneut, wenn sie gefragt wurde, was sie sich denn zum Geburtstag oder zu  Weihnachten wünsche.
Dabei war “Ich hab doch alles“ gar nicht richtig. Es hätte “Ich hab doch alles, was ich brauche“ heißen müssen und “Alles, was ich brauche“ war für sie nicht viel.

Jedes Jahr neue Hosen, weil die am Bein anders fallen. Eine neue Armbanduhr, obwohl die alte noch funktioniert. Eine neue Wohnungseinrichtung, weil gerade ein neuer Style in der Guckwieschönichwohne abgelichtet wurde. Das wäre für sie alles hausgemachter Unsinn gewesen. Obwohl  sie es sich hätte leisten können.

Macht es uns denn eigentlich wirklich so glücklich, uns über einen Lifestyle zu definieren, der uns von Konzernen als “individuell“ vertickt wurde?

Denn es verhält sich ja so: Kauften wir nicht ständig neues Zeug, könnten wir uns mehr qualitativ hochwertige Dinge leisten. Die dann vielleicht viel länger ganz blieben. Und in die von den Produktionskräften  höchstens noch der Hinweis eingearbeitet wird, dass das Essen in der Kantine echt hervorragend war.

Vielleicht denken Sie vor der nächsten Anschaffung einmal ganz kurz an meine kleine Omi.

Wir haben doch schon alles, wir brauchen doch nichts!

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