Nichtnicht…

„Bitte geh‘ doch nicht!“ ist, genau genommen, überhaupt nicht das Gleiche wie „Bitte bleib doch!“. „Bitte geh‘ doch nicht!“ sagt man nämlich nur, wenn der andere schon mit dem ganzen Rücken und anderthalb Füßen aus der Tür ist.

 

Beim Nachbarn dröhnt Benny Benassi aus den Boxen, bei mir irgendwie auch. Im Hintergrund kreischt eine Säge, Menschen diskutieren lautstark und irgendwo schreit ein wütendes Kind. Das alles übertönen zu wollen, macht überhaupt keinen Sinn.

Ich flüstere leise „Bitte… bitte geh‘ doch nicht…“ in den Tag und zünde mir eine Zigarette an, mit deren Rauch ich ein Ausrufezeichen male. Und ich warte, bis mich der Lärm der Stadt und die Sonne müde genug gemacht haben, um weiterschlafen zu können.

Ich traue mich nicht, „Bitte, bitte geh‘ doch nicht!“ nachts zu sagen, wenn alles ganz still ist. Dann könntest du es vielleicht hören. Und ich wüsste nichts auf dein „Warum?“ zu entgegnen. Außer ein geflüstertes „Weil…“

Bittegehnicht

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