Olivenbaumsommer.

Ich muss losgehen. Ich weiß nicht, wohin, nicht, was ich einpacken soll, aber ich muss losgehen.

Ich muss vertrocknete Gärten durchlaufen und aufhören darüber zu staunen, wie sich Strohstoppeln in meine Fußsohlen bohren. Wenn man aufhört, sich darüber zu wundern, fühlt sich auch das Gleißen der Sonne auf der verbrannten Haut wie ein Windhauch an.

Es riecht nach Bitterorangen und nach trockener Erde und ein bisschen nach dir.

Vorbei an verwitterten Zaunbrettern und im Schatten dösenden, dünnen Katzen mit wachen Augen – es gibt keinen Grund stehenzubleiben, solange ich dein Herz schlagen hören kann.

Wenn ich müde werde, trägt mich die Erinnerung an Musik und ein bisschen trage ich mich selbst. Es sind keine Töne hier draußen, nur das kraftvolle, rhythmische Aneinanderschlagen von Zitronenfalterflügeln und dein Flüstern in meinem Kopf.

Ich laufe und ich laufe und will nichts essen außer Kirschen und nichts trinken außer dann und wann einen Wassertropfen, der von einem Blatt in meinen Mund fällt, um sich dort mit den Gedanken und den Kirschen zu einem Brei zu verbinden, der Bauch und Kopf gleichermaßen mit zärtlicher, süßer Schwere füllt.

Und während die Fische in den nur mehr halb gefüllten Bächen Lieder von Cowboys und Träumen singen, laufe ich weiter und versuche, mit mir selbst im Gleichschritt zu gehen. Mein Atem brennt dein Bild in die stehende Luft, und manchmal verschwimmt es zu flirrenden Luftschlieren, in die ich mit dem Finger Nachrichten schreibe. An dich. An mich. An den Sommer.

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