Hör’ nicht auf.

Solange ich atme, wünsche ich mir, dass wir nicht aufhören.

Nicht aufhören zu träumen. Für das zu kämpfen, was uns am Herzen liegt. Zu wollen und zu hoffen. Die Schmetterlinge im Bauch zu füttern. Uns zu sorgen und da zu sein. Ich wünsche mir, dass wir nicht aufhören, zuzuhören und zu helfen. Die Sternschnuppen am Himmel auch hinter den dunklen Wolken zu erahnen und im Sommer Blumenkränze zu flechten.  Dass wir nicht aufhören, Scherben zu Mosaiken zu kleben und aus Treibgut Häuser zu bauen. Gestrandeten ein Bett zu machen und Kakao zu kochen für die, die in der Nacht durch Regenpfützen stapfen.

Ich wünsche mir, dass wir nicht aufhören, einen Grund zum Lachen zu finden und die Türen unserer Herzen aufzulassen. Auch, wenn wir sie manchmal zumauern möchten. Ich wünsche mir, dass wir das nicht tun. Niemals. Dass wir immer etwas finden, an das wir glauben können. Dass wir nicht aufhören zu rennen und uns zwischendurch auf Wiesen liegend auszuruhen.

Ich wünsche mir, dass wir nicht aufhören, hinter Fassaden zu schauen und bunte Bilder zu malen, wo graue Suppe von den Wänden tropft. Schokostreusel über gebrochene Herzen zu streuen und unser tränenverlaufenes Make-up mit Zuckerwatte wegzuwischen. Dass wir nicht aufhören, uns aneinander festzuhalten und loslassen zu können. Dass wir nicht aufhören, uns über Glück zu freuen, auch wenn es uns selbst gerade den Rücken zudreht.

Ich wünsche mir, dass wir nicht aufhören, das Leben liebenswert zu machen. Und umgekehrt.

Hoernichtauf
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Nach dem Regen

Ich kann gar nicht so viele Fotos machen, wie ich gerne möchte. Ich kann auch nicht so viele Bücher lesen, so viele Filme schauen und so viele Lieder hören. Und ich kann erst recht nicht so viele Gedanken in Worte fassen, wie ich denke.

Es gibt Momente, in denen sich das Leben strudelig anfühlt und in denen man nur noch den dringenden Wunsch verspürt, sich an sich selbst festzuhalten. Einmal kurz aussteigen und sich die Welt von oben anschauen. Abheben, um sich zu erden. Das ist nur auf den ersten Blick ein Widerspruch, glaube ich.

Ich möchte mir eine kleine Rakete bauen – eine graue, mit rosa Polka-Dots und Gardinen vor den Fenstern. Ich möchte nur ein einziges Buch mitnehmen und nur ein einziges Album und nichts außer einen Abend und eine Nacht Zeit.

Ich möchte Pudding essen und von oben zuschauen, wie die Stadt die Lichter ausmacht. Wie die Menschen, die ich so sehr liebe, schlafen und wundersüße Träume träumen, sich manchmal umdrehen und wieder zudecken.

Ich bin nicht auf der Suche nach irgendetwas und ich möchte auch gar nichts finden.

Ich möchte mich nur ausruhen.

Und ich weiß nicht einmal, wovon.

 

Das Glück der Erde…

… liegt manchmal ganz oben. Dort, wo die Luft dünner ist als Wassersuppe. Wo Gedanken einmal um den ganzen Erdball fliegen, um einen kurze Zeit später mit voller Wucht am Hinterkopf zu treffen. Dort, wo man stundenlang niemanden trifft.

Und manchmal aber doch…

2011-06-21-01